Takayoshi Sasano

Spread the Music

Konzertharfe

Die erste Berührung

Wie in meiner Vorstellung erwähnt, spielte mein Vater Fagott (Niederrheinische Symphoniker). Als er mit Gertrude Endrödy, damals Harfenistin der Niederrheinischen Symphoniker, Kammermusik in unserem Wohnzimmer probte, erschien mir als knapp Neunjährigem diese riesenhafte, schwarze Konzertharfe (Lyon & Healy Style 30) als unglaublich spektakuläres, aufregendes Instrument. Als Folge dieser Faszination stellte uns Gertrude Endrödy eine Hakenharfe zur Verfügung, auf der ich in den darauffolgenden Wochen ein Kinderlied übte und ihr (sicherlich sehr holprig) vorspielte. Auf die darauffolgende Feststellung, daß das ja gar nicht so schlecht sei und ob ich gerne Unterricht nehmen würde, sagte ich sehr gerne zu, allerdings unter der Voraussetzung, auf der Konzertharfe anfangen zu dürfen.

Auf einem Leihinstrument konnte ich also mit dem Unterricht beginnen, bis eine eigene Harfe erworben wurde. Diese hatte sogar eine amüsante Verbindung zu unserer Familie:

Es bleibt ja in der Familie

Mein Vater lernte seinerzeit in Tokyo bei Kaoru Yamahata (ehem. NHK Symphony Orchestra) Fagott, dessen Ehefrau und Töchter Harfe spielten. Von Kaya Yamahata, einer der Töchter, kauften wir eine Lyon & Healy Style 15. Diese Harfe hatte einen sehr schönen Klang, für den Lyon & Healy Harfen nach wie vor bekannt und hoch geschätzt sind. Leider wachsen Musikinstrumente üblicherweise nicht mit, weswegen es nach einigen Jahren nötig wurde, nach einem größeren Modell Ausschau zu halten. Problematisch war der Diskantbereich, ich paßte mit meiner rechten Hand nicht mehr bequem zwischen Korpus und Hals, wenn ich sehr weit oben spielte, wodurch ein entspanntes, kontrolliertes Spielen unmöglich wurde.

Der Wechsel in die „Erwachsenenwelt“

Die Wahl fiel auf eine Lyon & Healy Style 23, die zwar nicht mehr den „alten Ton“ bot, dafür aber deutlich besser spielbar und ausgewogener war. Auf dieser Harfe konnte ich nun alles spielen und war für alle Anforderungen bestens ausgestattet.

Wenn nicht ein Hersteller im Norden Frankreichs Dinge entwickelt hätte.

Aufbruch in die Zukunft

Joël Garnier, ursprünglich Elektrotechniker bei der französischen Marine, begann mit dem Harfenbau und stellte nach einiger Zeit Verbesserungspotenzial seiner Instrumente fest. Aus seiner Erfahrung aus technischen Arbeiten begann er, die Konstruktion der Instrumente zu hinterfragen und stieß auch die Tür für neue Werkstoffe im Bau von Konzertharfen auf. Auch die komplexe Mechanik der Doppelpedalharfe wurde überarbeitet und in bis dato unerreichter Präzision umgesetzt.

Nachdem ich auch Jakez Francois besser kennenlernen durfte (seit dem Tod von Joël Garnier führt er die Firma), faßte ich den Entschluß, diese Instrumente einmal wirklich genau unter die Lupe zu nehmen. Mich hatte nämlich das Modell „Big Blue 47“ fasziniert, eine Konzertharfe mit bereits eingebauten Tonabnehmern, die neue Möglichkeiten versprach und zudem alle bis dahin entwickelten Verbesserungen an Bord hatte.

Durch die beispielhafte Gastfreundschaft der gesamten Belegschaft in Mouzeil durfte ich mehrere Tage direkt im Werk mehrere Instrumente auf Herz und Nieren prüfen und spielte alle Literatur, die man sonst nicht mit elektrischer Verstärkung in Verbindung bringen würde, auf dieser Big Blue (Faure Impromptu, Britten Suite, etc.).

Ausschlaggebend war schließlich der unverstärkte Klang der Instrumente, dies war für mich ohne jeden Zweifel die Zukunft:

Die Harfen waren außerordentlich ausgewogen und brachten einen sehr hellen, fast scharf sauberen Klang mit. Dies zu kontrollieren, ist natürlich eine Aufgabe, aber schon damals hatte ich bemerkt, daß dies erreichbar ist und mir viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung stellt, als eine Konzertharfe in traditioneller Bauweise, bei der der Fokus eher auf Volumen und weicherem, vollem Klang liegt.

Jakez Francois habe ich zu verdanken, meine Idee, eine pechschwarze Harfe mit silberner statt goldener Mechanik auf die Bühne zu bringen, umsetzen zu können.

Camac Harps France - Big Blue 47 Custom

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